Praxisleitfaden Risikoanalyse

GwG-Risikoanalyse für Immobilienmakler: Risiken erkennen, bewerten und dokumentieren

Die Risikoanalyse ist ein zentraler Baustein der Geldwäscheprävention. Dieser Leitfaden zeigt Immobilienmaklern und Immobilienprofis mit GwG-Bezug, welche Risikobereiche typischerweise betrachtet werden und wie eine digitale Dokumentation bei der prüfbereiten Vorbereitung helfen kann.

Für Immobilienmakler, Bauträger, Projektentwickler und Hausverwaltungen mit relevanten Immobiliengeschäften.

Hinweis: Dieser Leitfaden dient der praktischen Orientierung und ersetzt keine rechtliche Beratung. Welche Anforderungen im Einzelfall gelten, hängt von der konkreten Tätigkeit, Unternehmensstruktur und behördlichen Bewertung ab.

Die Risikoanalyse ist nur dann belastbar, wenn sie nachvollziehbar dokumentiert und dem Vorgang zugeordnet wird. Mehr dazu im Ratgeber zur GwG-Dokumentationspflicht.

Was ist eine GwG-Risikoanalyse?

Die GwG-Risikoanalyse dient dazu, mögliche Geldwäscherisiken im eigenen Unternehmen typischerweise zu erkennen und zu bewerten. Sie betrachtet das Unternehmen als Ganzes – Tätigkeiten, Kundengruppen, Geschäftsarten, regionale Bezüge und interne Abläufe.

Sie ist kein einmaliges Formular, sondern sollte nachvollziehbar dokumentiert und bei Bedarf aktualisiert werden. Veränderungen im Geschäftsmodell, neue Kundengruppen oder organisatorische Anpassungen können eine Überprüfung erforderlich machen.

Für Immobilienakteure ist sie besonders wichtig, weil Immobiliengeschäfte typischerweise werthaltig und prüfungsrelevant sein können. Entscheidend ist nicht nur, dass Risiken benannt werden, sondern dass Bewertungen und Maßnahmen nachvollziehbar dokumentiert sind.

Welche Risiken sollten Immobilienprofis typischerweise betrachten?

Sieben Risikobereiche, die in einer Risikoanalyse nach GwG typischerweise eine Rolle spielen.

Kundenrisiko

Wer ist Vertragspartner, und wie transparent ist die dahinterstehende Struktur?

  • natürliche Personen
  • juristische Personen
  • wirtschaftlich Berechtigte
  • ungewöhnliche Strukturen
  • fehlende Transparenz

Transaktions- und Objektrisiko

Kaufpreise, Zahlungswege und Beteiligungen können auf erhöhte Prüfbedarfe hinweisen.

  • hohe Kaufpreise
  • ungewöhnliche Zahlungswege
  • schnelle Weiterverkäufe
  • komplexe Beteiligungen
  • schwer nachvollziehbare Finanzierung

Geografisches Risiko

Auslandsbezug und Drittstaaten-Konstellationen erhöhen typischerweise den Prüfaufwand.

  • Auslandsbezug
  • Länder mit erhöhtem Risiko
  • komplexe internationale Strukturen
  • schwer überprüfbare Unterlagen

Produkt- und Geschäftsrisiko

Geschäftsart und Rolle im Immobiliengeschäft prägen das Risikoprofil.

  • Verkauf
  • Vermittlung
  • Projektentwicklung
  • Bauträgergeschäfte
  • Mitwirkung an relevanten Immobiliengeschäften

Vertriebs- und Kontaktweg

Digitale und mittelbare Kontaktwege werfen besondere Identifizierungsfragen auf.

  • digitale Kommunikation
  • Fernidentifizierung
  • Bevollmächtigte
  • nicht persönlich anwesende Beteiligte
  • Vermittlung über Dritte

PEP und erhöhte Sorgfalt

Politisch exponierte Personen und deren Umfeld erfordern dokumentierte Entscheidungen.

  • politisch exponierte Personen
  • familiäre oder geschäftliche Nähe
  • erhöhter Prüfbedarf
  • dokumentierte Entscheidung
  • Freigabeprozesse

Unternehmensorganisation

Wie ist das Unternehmen aufgestellt – und passen Sicherungsmaßnahmen dazu?

  • Zuständigkeiten
  • Mitarbeitende
  • Standorte
  • Vertretungsregeln
  • interne Sicherungsmaßnahmen

Wie kann eine GwG-Risikoanalyse aufgebaut sein?

Ein typischer Ablauf in acht Schritten – als Orientierung, nicht als starre Vorgabe. Jeder Schritt sollte nachvollziehbar dokumentiert sein.

  1. 1Unternehmen und Tätigkeiten beschreiben
  2. 2Kundengruppen erfassen
  3. 3Geschäftsarten und Transaktionen bewerten
  4. 4Risikofaktoren gewichten
  5. 5Schutzmaßnahmen festlegen
  6. 6Verantwortlichkeiten dokumentieren
  7. 7Aktualisierung planen
  8. 8Ergebnis prüfbereit ablegen

Häufige Fehler bei der GwG-Risikoanalyse

Typische Stolperfallen aus der Praxis – und wo eine strukturierte Dokumentation hilft.

  • Risikoanalyse wird nur einmal erstellt und nie aktualisiert
  • Bewertungen sind nicht nachvollziehbar begründet
  • wirtschaftlich Berechtigte werden nicht ausreichend berücksichtigt
  • PEP-Prüfung wird nicht dokumentiert
  • interne Sicherungsmaßnahmen passen nicht zur Risikobewertung
  • Nachweise liegen verstreut in E-Mails, Ordnern oder Papierakten
  • im Prüfungsfall fehlt eine vollständige, strukturierte Akte

GWG ImmoKompass unterstützt dabei, diese Punkte strukturiert zu erfassen und prüfbereit zu dokumentieren.

Risikoanalyse digital dokumentieren statt lose ablegen

Mit GWG ImmoKompass können Immobilienprofis ihre GwG-Dokumentation strukturierter vorbereiten – von der Risikobewertung bis zur Behördenakte.

strukturierte Erfassung relevanter Unternehmensdaten
digitale Risikoanalyse
Dokumentation von Bewertungen und Maßnahmen
Nachweise für Identifizierung und wirtschaftlich Berechtigte
PEP-Prüfung und erhöhte Sorgfalt
Schulungsnachweise
Behörden-Assistent
passwortgeschützte Prüfakte
getrennter Versand von PDF und Passwort
Audit-Trail und Versandhistorie

Excel, Papierakte oder digitale Risikoanalyse?

Zwei Wege im direkten Vergleich.

Manuell / Excel

  • schwer aktuell zu halten
  • Bewertungen oft nicht nachvollziehbar verknüpft
  • Nachweise liegen verstreut
  • Übergabe an Behörde zeitaufwendig
  • Risiko von Versionschaos

GWG ImmoKompass

  • strukturierte Eingaben
  • digitale Nachweise
  • geführte Prozesse
  • Behörden-PDF vorbereiten
  • revisionsnahe Historie
  • schnelle Auffindbarkeit

Für wen ist die GwG-Risikoanalyse besonders relevant?

Die Risikoanalyse richtet sich an Unternehmen mit GwG-relevanten Vorgängen in der Immobilienbranche.

Immobilienmakler

Für Makler, die Kauf- oder Verkaufsprozesse begleiten und Kundensorgfaltspflichten dokumentieren müssen.

Bauträger

Für Bauträger mit relevanten Immobiliengeschäften, komplexeren Projektstrukturen oder mehreren Beteiligten.

Projektentwickler

Für Projektentwickler, die mit Investoren, Käufern, Gesellschaften oder komplexen Strukturen arbeiten.

Hausverwaltungen mit Maklertätigkeit

Für Hausverwaltungen, wenn sie zusätzlich Immobilien vermitteln oder an relevanten Immobiliengeschäften mitwirken.

Unternehmen mit Teams oder Standorten

Für Organisationen, die Zuständigkeiten, Schulungen und interne Sicherungsmaßnahmen nachvollziehbar dokumentieren möchten.

Häufige Fragen zur GwG-Risikoanalyse

Antworten auf die Fragen, die Immobilienmaklern und weiteren Immobilienprofis mit GwG-Bezug besonders oft begegnen.

Was ist eine GwG-Risikoanalyse?+

Eine GwG-Risikoanalyse dient dazu, mögliche Geldwäscherisiken im eigenen Unternehmen systematisch zu erkennen, zu bewerten und nachvollziehbar zu dokumentieren. Sie ist kein einmaliges Formular, sondern eine fortlaufende Grundlage für interne Sicherungsmaßnahmen und Kundensorgfaltspflichten.

Müssen Immobilienmakler eine Risikoanalyse dokumentieren?+

Immobilienmakler gehören typischerweise zu den nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Unternehmen und sollten eine unternehmensbezogene Risikoanalyse vorhalten. Welche Anforderungen im Einzelfall gelten, hängt von der konkreten Tätigkeit und der behördlichen Bewertung ab.

Welche Risiken sind für Immobilienmakler besonders relevant?+

Praxisrelevant sind insbesondere Kundenrisiken (z. B. komplexe Eigentümerstrukturen, wirtschaftlich Berechtigte), Transaktions- und Objektrisiken (hohe Kaufpreise, ungewöhnliche Zahlungswege), geografische Risiken, der Vertriebskanal sowie PEP-bezogene Sachverhalte.

Wie oft sollte eine GwG-Risikoanalyse aktualisiert werden?+

Die Risikoanalyse sollte regelmäßig und anlassbezogen überprüft werden – etwa bei wesentlichen Veränderungen im Geschäftsmodell, neuen Kundengruppen, organisatorischen Anpassungen oder neuen behördlichen Hinweisen.

Reicht eine Excel-Vorlage für die Risikoanalyse?+

Eine Excel-Vorlage kann ein Einstieg sein, stößt aber schnell an Grenzen: Nachweise liegen verstreut, Aktualisierungen sind schwer nachvollziehbar und die Übergabe an Behörden ist aufwendig. Eine strukturierte digitale Lösung erleichtert die prüfbereite Dokumentation deutlich.

Was ist der Unterschied zwischen Risikoanalyse und Kundensorgfaltspflichten?+

Die Risikoanalyse ist die unternehmensbezogene Bewertung typischer Risiken. Die Kundensorgfaltspflichten – etwa Identifizierung, Prüfung wirtschaftlich Berechtigter, PEP-Prüfung – sind die fallbezogenen Maßnahmen, die auf Grundlage der Risikoanalyse umgesetzt werden.

Hilft die Risikoanalyse bei einer Behördenprüfung?+

Ja, eine nachvollziehbar dokumentierte Risikoanalyse ist ein zentraler Baustein, um interne Sicherungsmaßnahmen und Entscheidungen gegenüber Behörden plausibel darzustellen. Sie bildet häufig die Grundlage weiterer Nachweise und Prozesse.

Können auch Bauträger oder Projektentwickler betroffen sein?+

Bauträger und Projektentwickler können je nach Tätigkeit und Rolle im Immobiliengeschäft GwG-Pflichten unterliegen. Komplexe Beteiligungsstrukturen erhöhen typischerweise den Dokumentationsaufwand.

Sind Hausverwaltungen immer betroffen?+

Nein, nicht jede Hausverwaltung ist gleichermaßen betroffen. Relevant wird es je nach Tätigkeit – insbesondere, wenn zusätzlich Maklertätigkeiten ausgeübt oder Mitwirkung an relevanten Immobiliengeschäften stattfindet.

Wie unterstützt GWG ImmoKompass bei der Risikoanalyse?+

GWG ImmoKompass unterstützt bei der strukturierten Erfassung von Unternehmensdaten, Kundengruppen, Geschäftsarten und Bewertungen sowie bei der Dokumentation interner Sicherungsmaßnahmen, PEP-Prüfungen und Schulungsnachweisen. In Kombination mit dem Behörden-Assistenten und der passwortgeschützten Prüfakte lassen sich Ergebnisse prüfbereit ablegen.

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